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Wenn Sie einen Vertrag abschließen, also ein beidseitiges Rechtsgeschäft, dann erhalten Sie eine Leistung und erbringen nach deutschem Recht eine entsprechende Gegenleistung. Diese juristische Sichtweise erleben wir im Alltag täglich. Wir tätigen Rechtsgeschäfte beim Einkaufen, beim Online-Shopping, an der Tankstelle oder auch im Kino an der Kasse. Sie erwerben eine Ware und bezahlen in der Regel einen gewissen Geldbetrag für die Dienstleistung oder Ware, die Sie in Anspruch nehmen. Die Partei im Rechtsgeschäft, die für ihre Leistung Geld erwartet, ist allgemein als Gläubiger zu bezeichnen. Der Begriff „Gläubiger“ stammt in seiner Bedeutung ursprünglich aus dem Lateinischen (credere=glauben) und ist angelehnt an den Italienischen Begriff „Creditore“. Ein Creditor oder Gläubiger glaubt – direkt übersetzt – , dass Sie als Kunde das Erbrachte bezahlen können. Sie stehen demnach in einer Schuld, die es zu begleichen gilt. Daher lässt sich auch der Begriff „Kredit“ ableiten. Hier glaubt der Gläubiger daran, dass Sie das Darlehen in einem zuvor festgelegten Zeitraum zuverlässig zurückzahlen können und werden. Nach dem Schuldrecht in Deutschland ist ein Gläubiger also eine natürliche oder juristische Person (Unternehmen), die von Ihnen eine Gegenleistung einfordern kann (§ 241 Abs. 1 Satz 1 BGB), nachdem seinerseits Leistungen erbracht wurden. Es besteht eine Rechtsbeziehung, die das Gesetz gemeinhin als Schuldverhältnis bezeichnet. Im Folgenden möchten wir Ihnen aufzeigen, welche Rechte der Gläubiger dem Schuldner gegenüber hat und wie er seine Ansprüche nach geltendem Recht in Deutschland durchsetzen kann. In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen zusätzlich, wie Sie schnell raus aus Ihren Schulden kommen und beantwortet alle Fragen, wie Sie alle Gläubiger zufrieden stellen können, um das Leben bald wieder schuldenfrei und ohne Hilfe genießen zu können.


Was kann ein Gläubiger schon vor dem Rechtsgeschäft tun?

Um zu vermeiden, dass der Schuldner mit der Begleichung seiner Schulden in Rückstand gerät, kann ein Gläubiger schon vor dem Rechtsgeschäft diverse Maßnahmen einleiten. Wenn wir das Kaufgeschäft als Beispiel nehmen, hat jeder Gläubiger das Recht, die Modalitäten des Kaufs selbst zu bestimmen. Zahlungsweisen wie die Vorkasse oder Bankeinzug sind gängige Mittel, um die erbrachte Leistung direkt bezahlt zu bekommen. Da heutzutage nicht wenige Schuldner bei einem Kauf auf Rechnung mit der Begleichung der Schulden in Verzug geraten, sind die genannten Zahlungsweisen bei einem Creditor sehr beliebt. So muss er nicht lange auf sein Geld warten und kann seine eigene Dienstleistung oder Ware ruhigen Gewissens erbringen. Eine Erklärung im Kaufvertrag oder in Nutzungsbedingungen bzw. AGB, dass die Ware bis zur Vollständigen Bezahlung Eigentum des Gläubigers bleibt, ist daher auch nicht unüblich. So kann der Gläubiger sicher sein, dass er zumindest seine Ware zurückerhält, wenn Sie als Schuldner nicht in der Lage sind, das Erbrachte zu bezahlen. Handelt es sich bei dem Rechtsgeschäft um eine eher große Summe, die der Gläubiger in seinen Forderungen auflisten kann, so hat er auch die Möglichkeit, zuvor Auskünfte über die Kreditwürdigkeit des Schuldners einzuholen, um das Risiko des Geschäfts abzuwägen.

Wie gehen Gläubiger für den Erhalt ihrer Forderung vor?

Ein Gläubiger ist rechtlich an gewisse Schritte gebunden, um die von ihm erbrachten Leistungen entlohnen zu lassen. Im ersten Schritt steht die korrekte Rechnungsstellung. Damit belegt der Creditor rechtlich wirksam die erbrachte Leistung und die entsprechende Forderung gegenüber dem Schuldner. Wird diese Rechnung vom Schuldner nicht in der vorgegebenen Frist beglichen, so erstellt der Gläubiger eine Mahnung. Eine weitere Mahnung kann erfolgen, wenn das erste Mahnschreiben keine Wirkung zeigte. Im Anschluss kann der Gläubiger entweder Hilfe bei einem Inkassounternehmen suchen, die Schulden einzuholen, oder aber direkt Kontakt mit einem Rechtsanwalt aufnehmen, der in einem gerichtlichen Mahnverfahren die Schulden einzutreiben versucht. Sollte auch das gerichtliche Mahnverfahren nicht dazu führen, dass der Schuldner seine Schulden begleicht, kommt es zur Zwangsvollstreckung. Das bedeutet, dass das Konto über den entsprechenden Betrag der Forderung gepfändet wird. Sollte sich auf dem Konto kein pfändbares Guthaben befinden und in absehbarer Zeit auch nicht vorhanden sein, wird es für den Schuldner Zeit, letzte Hilfe bei einer Schuldnerberatung zu suchen. Denn oftmals sind dies Fälle, in denen nicht nur ein Gläubiger, sondern gleich eine ganze Gläubigergruppe auf Ausgleich der Schulden wartet. Der Schuldner steht damit vor einem Verbraucherinsolvenzverfahren oder einer Regelinsolvenz.


Kann der Gläubiger die gesamten Schulden einfordern?

Ja und nein. Grundsätzlich hat jeder Gläubiger das Recht darauf, dass die von ihm erbrachten Leistungen im gesetzlichen Rahmen und nach seiner Vorgabe entlohnt werden. Befindet sich der Schuldner jedoch in einer Privatinsolvenz, weil es mehrere Schuldner gibt, die auf ihr Geld warten, greift nach der erfolgreichen Wohlverhaltensperiode des Schuldners in der Regel die Restschuldbefreiung. Das bedeutet, dass die restliche Forderung des Gläubigers, die noch nicht beglichen wurde, dem Schuldner erlassen wird, um ihn nicht ein Leben lang an seine Schulden zu binden. Gerade, wenn mehrere Gläubiger größere Beträge einfordern, müssen sie oft auf viel Geld verzichten. Zuvor wird das pfändbare Vermögen des Schuldners auf alle Gläubiger aufgeteilt, damit jeder einen gerechten Anteil seiner Forderungen erhält. Nach der Verbraucherinsolvenz gilt der Schuldner als Schuldenfrei und muss die restlichen Schulden, die noch offen stehen, nicht mehr begleichen.