Navigation
Zum Newsletter
Schulden sind für niemanden ein angenehmes Thema. Weder für den Schuldner noch für den Gläubiger ist es schön, sich mit einer solchen Angelegenheit beschäftigen zu müssen. Doch gerade für Schuldner kann das Leben deutlich an Qualität einbüßen, wenn die Schulden irgendwann so groß werden, dass sie nicht mehr zu bewältigen sind. Dabei muss diese Situation nicht immer nur schuldhaft verursacht werden. Es genügt manchmal schon eine Verkettung unglücklicher Umstände, um besondere finanzielle Belastungen hervorzurufen und zur Verschuldung zu führen. Dadurch wird es für den Schuldner noch schwerer, seinen Kredit und vielleicht ein paar Finanzierungen zu bezahlen. Das gilt für private Personen und juristische Personen. Die alltäglichen Kosten wie Miete, Strom und Nahrungsmittel müssen schließlich auch bezahlt werden. Wenn die Last der Schulden so groß wird, dass die Verbindlichkeiten ohne Hilfe und ohne professionelle Beratung nicht mehr zu begleichen sind, dann ist der Schuldner sogar überschuldet. Die Folge ist entweder eine Schuldenregulierung durch einen Rechtsanwalt oder die Schuldnerberatung oder sogar die Insolvenz, die von einem Gerichtsvollzieher oder dem Gläubiger selbst eingeleitet wird.


Wann tritt die Überschuldung ein?

Was genau die Überschuldung ist und wann sie als solche zu bezeichnen ist, regelt ganz deutlich die Insolvenzordnung (InsO) nach deutschem Recht. In § 19 Abs. 2 ist festgehalten, dass eine Überschuldung dann vorliegt, wenn der Schuldner seine Schulden nicht mehr allein aus seinem Vermögen und regelmäßigen Einkünften begleichen kann. § 19 InsO bezieht sich hierbei zwar auf Unternehmen in Deutschland, die vor der Insolvenz stehen und sehen die Überschuldung als Grund für die Öffnung von Insolvenzverfahren, aber die Definition der Überschuldung an sich lässt sich auch auf den privaten Verbraucher übertragen, der mit den Verbindlichkeiten überfordert ist. Die langfristige Zahlungsunfähigkeit zu den vom Gläubiger festgelegten Fristen bedeutet, dass der Schuldner tatsächlich überschuldet ist. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Personen Kredit, Finanzierung, Miete und weitere Kosten nicht mehr decken können. Das eigene Einkommen reicht nicht mehr aus, um die Schulden begleichen zu können.


Wie kann die Überschuldung vermieden werden?

Die Überschuldung zu vermeiden, ist in der Regel keine Zauberei. Wenn eine private Person ihre Finanzen im Blick hat und genau abschätzen kann, wie hoch die monatliche Belastung des Kontos maximal ausfallen darf, gerät in der Regel nicht in Schulden oder gar in die Überschuldung. Heutzutage ist es für viele Personen in Deutschland und anderen Ländern sehr leicht, kleine und große Konsumgüter über eine Finanzierung auf Raten zu kaufen. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen, solange es ohne Mühe durch das Einkommen zu stemmen ist.

 

Doch manchmal kommt es vor, dass sich die Kreditraten und Finanzierungen derart häufen, dass alle Raten zusammen im Monat schon einen großen Teil des Einkommens verschlingen. Die Schuldenfalle schnappt langsam zu. Dann kommen noch unvorhergesehene Investitionen hinzu, etwa weil die Waschmaschine kaputt ist oder das Auto in die Werkstatt muss. Und schon gerät der Schuldner in Schwierigkeiten. Wer also die Überschuldung vermeiden möchte, sollte auch unvorhergesehene Kosten in das monatliche Budget einkalkulieren und dafür sorgen, dass auch für plötzliche Zahlungspflichten ausreichendes Kapital vorhanden ist. Dann ist die Überschuldung kein Thema und die eigenen Schulden halten sich in Grenzen.


Was sind mögliche Ursachen für die Überschuldung?

Es kann aber trotz aller Weitsicht zur Überschuldung kommen, wenn sich Geschehnisse ereignen, die selbst die besten wirtschaftlichen Verhältnisse ins Chaos stürzen. Arbeitslosigkeit, Trennung, Scheidung, Krankheit und andere Zwischenfälle bringen die Finanzen gehörig durcheinander und können den Schuldner ohne Fehler seinerseits in die Überschuldung rutschen lassen. Der eigene Umgang mit dem Geld kann natürlich auch ein Grund für die Überschuldung sein. Die Ursachen dafür liegen manchmal im sozialen Umfeld oder im Elternhaus. Wenn man hier den richtigen Umgang mit Geld über die Jahre nicht vollends gelernt hat. Der Umgang mit Geld durch die Eltern und fehlendes Geld in der Kindheit, um den Umgang zu lernen, können ebenfalls dazu führen, auch später keine gesunde Beziehung zu Geld zu haben und durch zu viele Verbindlichkeiten in die Überschuldung zu geraten.

Was kann ich gegen meine Überschuldung tun?

Wenn Sie nicht nur verschuldet sondern überschuldet sind und Ihre Rechnungen und Kredite nicht mehr zuverlässig bezahlen können, dann ist es an der Zeit, Kontakt zu professioneller Hilfe aufzunehmen. In unserem Ratgeber erhalten Sie schon wertvolle Informationen, wie Sie die Überschuldung verhindern können und wie Sie die Schulden am schnellsten begleichen. Wenn Sie schon um etliche Euro überschuldet sind, suchen Sie Unterstützung bei der Schuldnerberatung oder einem spezialisierten Rechtsanwalt. Diese können mit Ihnen gemeinsam einen Überblick über Einkommen und Schulden erstellen und mit den Gläubigern Zahlungspläne ausarbeiten, an die Sie sich halten müssen.

 

Sollte eine Schuldenregulierung, also eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern keinen Erfolg bringen, droht ein Insolvenzverfahren. In diesem Verfahren werden alle Vermögenswerte geprüft und bis zur Pfändungsgrenze an die Gläubiger verteilt. In den kommenden drei Jahren, die Wohlverhaltensperiode, werden Sie nun sehr sparsam leben und die Schulden in regelmäßigen Raten abtragen müssen. Nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode können Sie dann den Antrag auf Restschuldbefreiung stellen. Diese Option ist im Insolvenzrecht geregelt. Privatpersonen und Unternehmen, die vor der Verbraucherinsolvenz oder Regelinsolvenz stehen, müssen aber nicht ohne Hilfe auskommen. Wenn Sie die Hinweise in unserem Ratgeber befolgen und mit der Schuldenberatung Kontakt aufnehmen, sind Sie in möglichst kurzer Zeit schuldenfrei und können sich anschließend wieder den schönen Dingen des Lebens zuwenden.